
Passend zum Buchtipp des letzten Monats (Mächte und Throne) empfehle ich Ihnen den neuen Roman des Historikers Dan Jones:
Im Jahr 1346, zu Beginn des Hundertjährigen Krieges zwischen England und Frankreich, setzt der englische König Edward III. mit einem Invasionsheer nach Frankreich über, um seine Ansprüche auf die französische Krone durchzusetzen. Dan Jones erzählt die Geschichte dieses epischen Konflikts anhand einer Söldnertruppe, die sich selbst „Essex Dogs“ nennt. Die zehnköpfige Gruppe aus hartgesottenen, einfachen Kämpfern ist für 40 Tage verpflichtet worden und hofft, am Ende mit Gold gefüllten Taschen nach Hause zu kommen. Jones gelingt es, die historischen Ereignisse real und spannend zu schildern und dabei den völlig unterschiedlichen Charakteren den nötigen Raum zu geben. Da ist zum Beispiel ihr Anführer Loveday, von Zweifeln und Ängsten geplagt (heute würde man wohl PTBS dazu sagen): für ihn ist es das Wichtigste, die Gruppe zusammenzuhalten und alle lebend nach Hause zu bringen. Dann ist da Pismire, der jüngste von ihnen, ein begnadeter Bogenschütze, dessen Abhängigkeit vom Mohnpulver bringt ihn ständig in bedrohliche Situationen. Außerdem gibt es noch den wortkargen Hünen Scotsman, den Steinmetz Milstone und einen ehemaligen, völlig verrückten Priester mit dem passenden Namen Father. Die Männer geraten während des Feldzuges zwischen die Mühlen ihrer adligen Anführer und haben wenig Einfluss auf ihr eigenes Schicksal, genau das macht diesen Roman so spannend.
Übersetzung: Heike Schlatterer und Wolfram Ströle
Roman
C.H. Beck Verlag, 26,00 €